Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
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Bogen niederfloß. Eine unruhige Sehnſucht ergriff ihn, es dauerte lange, ehe er ſich von dieſem reizenden Staunen und Durchfor⸗ ſchen trennen konnte.

Als er in ſein Zimmer zurückkehrte, löſchte er ſchnell das Licht aus, denn unter ſich auf dem Perron hörte er die gleich⸗ mäßigen Schritte ſeines Vetters, der noch immer dort auf⸗ und abging und Cigarren rauchte. Er wollte ihn nicht wiſſen laſſen, daß er noch wach ſei, aber leiſe ſtellte er ſich an das offene Fen⸗ ſter und blickte in die nordiſche Sommernacht hinaus, welche am Golf von Neapel nicht weicher und duftiger ſein konnte. Der Mond hing jetzt über dem Meere und hüllte alle Fernen mit Silberſchleiern ein, während näher heran ſein heller Schein ſpie⸗ gelblanke Flächen bildete, in denen große Schiffe regungslos ſtanden. Ein wunderbares Licht füllte die Luft, denn mit dieſem Mondesleuchten verband ſich ein roſiger Dämmerſchein, welcher den ganzen Himmelsrand umzog. Die Sonne ging nicht tief un ter den Horizont und ſchickte von dort ihre Engel mit Safran⸗ flügeln aus, die leiſe an den Kuppeln hoher Berge hinſtreiften, daß ſie wunderbar leuchtend über dem träumeriſchen Halbdunkel der Thäler und Wälder, wie gigantiſche Wächter, ſtanden. Dazu ſchwammen Blumendüfte umher, die Düfte unzähliger Roſen, Reſeda und Violen, welche aus den Gärten aufſtiegen. Kein Ton, kein Laut ſtörte dieſe ſüße, friedensvolle Stille, nur ein fernes Murmeln, das von einem Waſſerfalle kam, der wie ein zackiger weißer Blitz aus den Bergen niederfuhr, drang von dort herüber.

Nach einiger Zeit richtete ſich die Aufmerkſamkeit des jungen