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Der Junge deutete vor ſich hin, wo in einiger Entfernung auf einem ſanft anſteigenden Hügel ein weißſchimmerndes Haus lag.—„Iſt es das? fragte der Reiſende.
„Ja, Herr,“ ſagte der kleine Poſtillon.„Es iſt mächtig groß und ſchön, das ſchönſte Haus in Laurwig. Vor zwei Jah⸗ ren hat es Karſtens neu gebaut.“
Dieſe Lobpreiſung bewegte den Beſchauer zu einem Lächeln Er ſah auf der Stelle, daß dieſer Prachtbau aus Balken und Brettern zuſammengezimmert war, aber er wußte noch nicht, daß in Norwegen überhaupt wenige Häuſer durchweg von Stein ſind. Von Außen war dies ſtattliche Gebäude mit übereinander⸗ fallenden dünnen Latten benagelt, die einen weißgrauen Oel⸗ farbenanſtrich hatten. Eine Reihe hoher Fenſter mit hellen Schei⸗ ben zog ſich an der Front hin und kündigte im Verein mit dem Ziegeldach und der ganzen Ausſchmückung die Wohlhabenheit des Beſitzers an. Eiſenſtäbe und Drahtgitter umfaßten den Garten⸗ raum, Blumen blühten in wohlgepflegten Beeten, eine Laube von Rankengewächſen umſchattete den Eingang und ganze Reihen ſchöner Kirſch⸗ und Fruchtbäume liefen nach allen Seiten den Hügel hinauf.
Als das Karriol hielt, ſah Heinrich von Warfſtein einen breitſchulterigen Mann im grauen Hausrock und Strohhut an der Thür erſcheinen, der dort ſtehen blieb und ihn betrachtete. Sein ſcharfes Geſicht mit leicht gekrümmter Naſe, röthlichem Backen⸗ bart und röthlichen Augenbraunen, die an den äußern Enden weit hinaufliefen, hatte einen ſehr ſtrengen und harten Ausdruck. Die Hände in den Taſchen, muſterte er den Ankömmling Anfangs ziem lich


