dann:„ich heiße Thorkel Hanſen.“ Mit einem raſchen Gruße entfernte er ſich.
Nach einer Stunde fuhr der Deutſche von Frederikswärn ab und richtig ſaß er in einem Karriol mit zwei unermeßlich hohen Rädern, zwiſchen denen ein ganz ſchmaler Sitz für ihn übrig blieb. Seine Koffer hatte er zurücklaſſen müſſen, ſein Nacht⸗ ſack war auf dem Hinterbrett feſtgeſchnürt und oben darauf thronten, ohne alle Rückſicht ein zwölfjähriger Junge, der Schüßbauer oder Poſtillon. Ein muthiges Pferd lief in der langen Gabel, der Rei⸗ ſende mußte ſelbſt Leine und Peitſche führen und ſo ging es auf der ſchmalen, welligen Küſtenſtraße im vollen Laufe vorwärts.— Heinrich von Warfſtein überließ es bald dem anſtelligen Thiere, für ihr beiderſeitiges Wohlergehen zu ſorgen, den leichten Wagen auf ſteile Höhen zu ſchleppen und im ſauſenden Galopp in die Thäler hinabzufliegen. Der Felsboden der prächtigen Straße war glatt und eben wie ein Tiſch. Zur Rechten dehnte ſich das ſon⸗ nenblitzende Meer aus, zur Linken lagen waldige Berge, an denen ſich liebliche Gelände öffneten, über welche hinaus in bläulicher Ferne nackte narbige Kuppen aufſtiegen. Nach einigen Stunden gelangte der Reiſende an den Fjord oder Meeresarm, welcher dicht am Laaven tief in den Schooß der Gebirge dringt, und nun ſah er die fleißige Stadt mit ihren Schneidemühlen und rau⸗ chenden Eiſenhämmern vor ſich liegen.— An den erſten Häu⸗ ſern bog er auf Weiſung ſeines kleinen Poſtillons dann zur Linken ab und erreichte auf einer Nebenſtraße den breitfluthen⸗ den Strom, welcher aus weitgeöffneten Bergreihen hervorbrach.
„Wo wohnt Kapitain Warfſteen?“ ſagte er.


