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nicht erſticen. Aus den dichten Volkshaufen wurden Tücher geſchwenkt und das Geſchrei: Gott ſegne den König! begleitete die Sänfte bis an die Stufen des Ge⸗ richtshauſes.
Mit feſten Schritten trat Karl in den Saal, deſſen Zuſchauerraum größtentheils mit Soldaten gefüllt war. Gerechtigkeit! ſchrieen Hunderte von Stimmen, daß die Fenſter bebten, als der gefangene Fürſt erſchien.
Karl ſah ruhig und würdig umher. Sein Haar war weiß geworden, aber ſeine Geſtalt war ungebeugt, ſein Geſicht freundlich und mild, doch der Ausdruck darin ſo königlich, wie er je geweſen.
Er ſetzte ſich auf den Lehnſtuhl, mit carmoiſin⸗ farbenem Sammet überzogen, und legte beide Hände auf den großen Goldknopf ſeines Stockes. Sein einfacher blauer Rock war ſauber, er hatte ſeine gewohnte Sorg⸗ falt auch heut auf alle Theile ſeines Anzuges ver⸗ wandt.
So betrachtete er ſeine Richter, deren kleine Zahl ihm einige Aeußerungen der Verwunderung entriß. Statt der 150 Mitglieder, aus welchen die Verſammlung be⸗
ſtehen ſollte, waren nur 67 anweſend, aber das trium⸗ phirende Lächeln des Königs über das Ausbleiben der andern war übel angewandt. Eben weil jene nicht ge⸗


