3
Mitte der Schenkſtube, und zu ihnen geſellten ſich die Freeholders unter Händeſchütteln und Freundſchaftsbe⸗ weiſen. Am Fenſter aber ſtand ein Mann, welcher nicht zu dieſer Geſellſchaftsklaſſe gehörte, ſondern etwas höher hinauf zu rangiren ſchien.
Sein kurzer Rock mit weiten Aermeln und breiten Aufſchlägen, ſeine hohen Reiterſtiefeln, ſein dunkler ſpa⸗ niſcher Hut mit breiten Krämpen und niedrigem Kopfe, dazu die Lederhandſchuhe, welche auf ſeinem Sitze am Kamin lagen, ſahen freilich weder fein noch vornehm aus, aber ſie waren doch immer etwas mehr als ſchlichte Bauern⸗ oder Kleinbürgertracht. Am Kamin lag auch zein Reitermantel. Ein gekorbtes Schwert lehnte da⸗ neben. Die Krämer flüſterten ihren Bekannten Etwas zu, was dieſe mit Kopfnicken beantworteten, und dann und wann bei ihren Fragen und Geſprächen richteten ſich ihre Blicke immer wieder auf den fremden Gent— leman, der ihre Neugier beſchäftigen mußte.
Die Schönheit oder Anmuth des Fremden konnte es freilich eben ſo wenig bewirken, wie ſeine Kleidung. Dieſe war ſchlicht und grob, der Mann ſelbſt plump und vierkantig. Sein Geſicht hatte etwas vom Bullen— beißer, es war düſter und gemein, breit und muskelvoll. Seine tiefblauen Augen blickten eigenthümlich ſtarr und
. 1*


