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Geschichte der Camisarden / von Friedrich Schulz
Entstehung
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ſich auf die gewoͤhnliche Kriegsdiſciplin nicht ver⸗ ſtand, ſo ſchuf er ſich eine neue, die ſeiner Lage angemeſſen war. Seine Leute mußten dieſe Kriegs⸗ geſetze beſchwoͤren.

Mit Anbruch der Nacht pflegte er kleinere Haufen abzuſchicken, die unausgeſezt kamen und giengen und Waffen und Lebensmittel zuruͤk brach⸗ ten. So erhielt und bewaffnete er ſeine Leute, die auſſer Flinten, Saͤbeln, Piſtolen und Bajo⸗ netten noch ein Beil im Guͤrtel trugen, ein fuͤrch⸗ terliches Waffenſtuͤck, wenn es von einer maͤnn⸗ lichen Fauſt gefuͤhrt wird. Einige der ſtaͤrkſten hob er aus, bewaffnete ſie mit Senſen und machte ein eigenes Corps daraus, deſſen er ſich nach der Zeit mit zerſtoͤrendem Erfolge bediente.

Alle dieſe Vorkehrungen hatte er getroffen, als er die Nachricht erhielt, daß ein Corps koͤnig⸗ licher Truppen, dreihundert Koͤpſe ſtark, bei dem Dorfe Karnule, eine Meile von ſeinem Standorte eingetroffen ſey. Er beſchloß, die aufzuſuchen, die ihn ſuchten. Sein Anſchlag war uͤberlegt. Er gieng aus dem Dickicht hervor, und auf ſei⸗ nem Zuge bemerkte er ein Terrain, das zu ſeiner Unternehmung paßte. Es war ein Kreuzweg, mit einem dicken Gebuͤſche umfaßt, von dem aus man auf beiden Seiten die Straße beſtreichen konn⸗ te. Sein Haufen war ungefaͤhr zweihundert Koͤpfe ſtark. Er verbarg ihn bis auf funfzig, die er fuͤr ſich behielt, in dem Gebuͤſche auf beiden