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Die Kuͤhnheit und Seelengroͤße(wenn Fana⸗ tismus Seelengroͤße genannt werden kann) die dieſer Mann bis zum lezten Augenblicke ſeiner Hinrichtung zeigte, ſind faſt unerhoͤrt. Der Offi⸗ cier, der ihn feſt nehmen ließ, ſagte mit wilden Blicken zu ihm:„Unmenſch, jezt hab' ich Dich! Was erwarteſt du fuͤr deine Schandthaten?— Was du zu erwarten haͤtteſt, wenn ich Dich haͤtte! erwiederte Se⸗ guier mit unbegreiflicher Kaͤlte. Mit demſelben Phlegma erſchien er auch vor ſeinen Richtern. Sie verurtheilten ihn zum Holzſtoß. Er hoͤrte dieſe Sentenz heiter, ſtill und voll Ergebung an. Sein Benehmen war beſcheiden, aber entſchloſſen, und ſeine Antworten gaben, wie ſein Stillſchwei⸗ gen, den Anblick eines chriſtlichen Helden aus den Zeiten des Diokletian. Er blieb in ſeiner Rolle auch auf dem Holzſtoße, und die Wuth der Flam⸗ me konnte ihm keine Klage, keinen Seufzer ab⸗ preſſen.
Die Anſtalten, die man von Seiten der Re⸗ gierung gegen dieſe Unruhen traf, waren zu ſtuͤr⸗ miſch, als daß ſie der Erbitterung haͤtten ſteuern koͤnnen. Die Truppen, welche die Camiſarden uͤberall aufſuchten, und ein Blutgericht, das man zu Flora niedergeſezt hatte, verbreiteten uͤberall Angſt und Schrecken. Sie gaben der Sache den Schein eines buͤrgerlichen Krieges, regten das Volk auf, und machten, daß man das Uebel fuͤr


