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Geschichte der Camisarden / von Friedrich Schulz
Entstehung
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da, und rief endlich im Ausbruche des bitterſten Schmerzes: Nein, ich will ſie nicht ver⸗ laſſen! Ich muß ſie wieder haben, oder ſterben!.

Dieſe Worte galten einem reformirten Maͤd⸗ chen, das mit den uͤbrigen aufgehoben und im Schloße Pont de Montvert eingeſperrt war. Sie war die verlobte Braut des jungen Mannes und hatte in drei Tagen ſeine Gattin werden ſollen.

Bruͤder, fuhr er fort, der Abbe iſt ein Prieſter und nicht unſer Koͤnig. Wir koͤnnen ihn ohne Bedenken zwingen, unſre Leute herauszugeben. Glaubt mir das, und kommt mit.

Perier, ſo hieß der junge Landmann, ſah, daß ſeine Glaubensgenoſſen unentſchloſſen waren, Gut, ſagte er, wir wollen weiter druͤ⸗ ber nachdenken und dann ſehen. Er be⸗ ſchied ſie auf den folgenden Tag wieder an Ort und Stelle. Bis dahin gieng er von Haus zu Haus und gewann alle fuͤr ſeinen Vorſaz. Sein Muth theilte ſich den uͤbrigen mit und an dem beſtimmten Tage(es war der 24. Jul. des Jahrs 1702.) waren mehr als hundert junge feurige

und entſchloſſene Maͤnner mit Gabeln, Senſen,

Flinten und Saͤbeln bewaffnet beiſammen. Perier ſprach mit einer natuͤrlichen aber eindringenden Be⸗ redſamkeit zu ihnen und befeſtigte ihren Vorſaz. Sie erwaͤhlten ihn einmuͤthig zu ihrem Anfuͤhrer.