ſeine Gottheit, er war mein Prieſter. Er verſicherte ſtets, daß er mit Sehnſucht nur den Augenblick erwarte, wo ich von ganzem Herzen lieben wuͤrde, um mit völliger Erge⸗ benheit und ſtrengem Gehorſam mir dann zu zeigen, daß er wohl im Stande ſey, auch den, welchem ich meine Liebe ſchenke, mit gleichem Herzen zu lieben und um meinetwil⸗ len mit Brudertreue zu umfaſſen. Der Au⸗ genblick kam, und er flog ſtets wie ein Strahl meiner Augen zu dir, ein Bote meines Winks, der Laut meiner Seufzer, das Wort meiner ſtillen Wuͤnſche, der Blitz meiner Gedanken. Wenn ich in der Einſamkeit einer Arche glich, die auf offenem Meere ſchwebte, ſo war er die Taube, welche ich ausſandte, um nach
dem Lande meiner Hoffnung umzuſchauen,
und mir ein Blatt vom Olivenbaume zu
brechen.
Indem ſie noch ſo ſprach, hoͤrten wir im Nebenzimmer ſeine Tritte, er wartete auf die Stunde der Erloͤſung. Als wir eintraten, breitete er die Haͤnde gen Himmel, dankte Gott mit verklaͤrtem Angeſicht, und mit Au⸗


