Teil eines Werkes 
3. Theil (1813)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

452

--

muͤth, ſtreng, ohne Eigennutz diene. Hat vielleicht das Beiſpiel der Minneritter in vori⸗ ger Zeit, oder hat ſein eigenes Schickſal ihn dieß als eine lindernde Huͤlfe gelehrt, ich weiß es nicht. Genug, ſo bald er mich erblickte, ſing er an, mir die Zuneigung ſeines Herzens zu ſchenken, und das geſchah zuerſt, da er mich bei kindiſchen Spielen mit ſeiner Schwe⸗ ſter fand; denn, weil der Graf nach ſeinem Tode ſeine Kinder der Armuth preis gegeben hatte, erbarmte ſich ihrer meine Mutter, und gab die Tochter mir zur Geſpielin, doch be⸗ harrte dieſe ſtets mit demuthsvollem Sinn darauf, meine Dienerinn zu ſeyn. Nie em⸗ pfand ich fuͤr Philibert eine Regung, die einen Wunſch nach Beſitz angezeigt haͤtte: es war immer nur ein ruhiges, und heiteres An⸗ ſchauen, ein reines Wohlgefallen, wie es ſtets die Schoͤnheit gewaͤhrt, die ja nicht deshalb von Gott geſchaffen iſt, daß ſie nur Begier⸗ den einfloͤßen ſoll. Aus Beſorgniß, daß ich ſeine Naͤhe fuͤrchten moͤchte, entdeckte er mir auch bald ſeine Grundſaͤtze, und ließ in ſeine getraͤumte Seligkeit mich ſchauen. Ich war