Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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mit Augen voll Thraͤnen uͤberreichte ſie einen ſtrahlenden Kelch und ſagte:

Und ſollſt und willſt du ſcheiden,

So ſei dein Durſt geſtillt

Aus dieſem Kelch der Freuden,

Mit Liebe nur gefuͤllt. Drauf trank Roſa dem Braͤutigam zu, und dieſer erwiderte ein Gleiches, den Kelch aus⸗ leerend mit langem Zuge. Jetzt erſchien der Vater Reinert, und noͤthigt ſie beide herein. Die Brautfuͤhrer folgten, und den Leuten zu Pferde wurde Wein geſendet, und waͤhrend alle aufs beſte bewirthet wurden, legte Roſa den Brautſchmuck an. Ich aber zog vor den Augen des Braͤutigams die graue Kappe her⸗ unter, und ſagte: die Taͤuſchung hat ein Ende, ihr habt recht gut aus der Spreu den Weizen und aus dem Hexel den Hafer her⸗ ausgefunden, und der baare Gewinn bleibt euer. Der Bach waͤre nicht ſo tief geweſen, haͤtte ich nicht zuvor das Waſſer gedaͤmmt; der Steg waͤre wohl gefunden worden, haͤtte

I. Theil. Gg