Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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hieß ihn willkommen und ſagte: Conrad, weil dich die Bleicherin beſiegt hat, ſo haſt du die Roſa uͤberwunden, denn ich ſehe, daß du meine Perſon, und nicht meinen Schmuck und meinen Reichthum willſt. Dafuͤr ſind nun beide dein. Die ſtolze, hoffärtige Roſa, die ich ſchien, iſt keine andere, als die hei⸗ tere, froͤhliche Bleicherin. Dieſe, die Falſche, war wirklich die Rechte, denn da zeigte ich mich, wie ich wirklich bin; jene die Rechte, war nur die Falſche, denn mein ganzes Be⸗ tragen, die ernſten Mienen und froſtigen Ge⸗ behrden waren nur angenommen und lauter Verſtellung, um zu ſehen, ob du nicht jene lieber haͤtteſt. Und jetzt, da du mich ver⸗ ſchmähſt, erfahr ich, daß du mich willſt, und darum geb' ich dir nun meine Hand, und bin von Herzen bereit, dir nach Thalfeld zu folgen. Reicht aus dem Hauſe mir nun den Abſchiedsbecher. Da trat Clara in weißem Gewande, ſchoͤn, wie eine Verklaͤrte, auf die Schwelle der Thuͤr; das Haupt hinneigend