Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Das iſt auch einer, der es mit unſern Quälern hält, nun zahlt's ihm heim!

Fürchten Sie nichts, ſprach Karl zu der bei⸗ nahe ohnmächtigen Prinzeſſin,keine Hand ſoll Sie berühren.

Karl war unbewaffnet, aber feſt entſchloſſen, die Prinzeſſin vor jeder Mißhandlung zu ſchützen.

Pfui, rief er,eine wehrloſe Dame auf offener Straße zu beſchimpfen! Wer noch auf Recht und Sitte hält, der duldet es nicht und ſteht mir gegen dieſe rohen Menſchen bei!

Mit raſchem Griffe erfaßte Karl die lange Peitſche, die in einer Hülſe auf der Seite des Bockes des um⸗ geſtürzten Wagens ſtak; der elaſtiſche Peitſchenſtock mit dem ſchweren Silberknopfe diente unter dieſen Um⸗ ſtänden als eine nicht zu verachtende Waffe. Die ganze Zuverſicht, der waghalſige Muth ſeiner Studentenzeit beſeelte unſern Helden; hochaufgerichtet ſtand er da, zur Abwehr jedes Angriffs bereit.

Bewundernd blickte die Prinzeſſin zu dem kühnen Manne empor, der ſich ſo unerſchrocken ihrer annahm, ſo ritterlich wie der beſte Cavalier des Hofes.

Dennoch wäre es ohne Zweifel zu gefährlichen Auftritten gekommen; die betrunkenen Arbeiter zeigten eine drohendere Haltung, die Neugierigen, welche ſich