wollt zu haben, konnte die ſtörriſche und proptich⸗ Be⸗ wegung in den Gemüthern ſeiner Unterthanen nicht ver⸗ ſtehen. Seine bisherigen Rathgeber verſtummten jetzt kleinlaut, von auswärts war keine Hülfe zu erwarten, und ſo ſtand der junge Fürſt, wenn die Revolution ſiegte, allein den Anſchuldigungen des Landes gegen⸗ über, denn die Miniſter baten jetzt um ihre Entlaſſung und er gewährte ſie.
Mehr als je erkannte er bitter, daß er keinen wahren Freund beſaß, daß die Adels⸗ und Geiſtlich⸗ keitspartei ihn mißbraucht hatte.
Gleichwohl vermochte er ſich zu tiefgreifenden Re⸗ formen nicht zu entſchließen; er fürchtete ſich vor einem wirklich liberalen Miniſterium.
Alles Gute, ſo meinte der König, könne und dürfe nur vom Throne, von oben nach unten kommen; daß von unten und gar auf gewaltſamem Wege, von dem Volke ſelbſt Verbeſſerungen ausgehen könnten, ſchien ihm unfaßbar. In der Aufgabe eines ſtrengen, aber ſorgſamen Vormundes ſah er die ſchönſte Pflicht ſeines Regentenberufs; er war der Freiheit als ſolcher nicht abgeneigt, aber es mußte ein Liberalismus ſein, wie Joſeph II. ihn geübt, ein vom Throne aus herrſchen⸗ der, der nöthigenfalls mit Gewalt ſeinen Willen gel⸗ tend machte.


