Daß vieſe Art von Völkerbeglückung auch Tyrannei ſei, ahnte der Fürſt nicht, wohl aber ſagte er ſich in dieſer Kriſis, daß er gar Manches verſäumt habe, ſich zu einem tüchtigen Herrſcher auszubilden.
Weich angelegt von der Natur, widmete er ſich bisher den Staatsgeſchäften nicht mit voller Hingabe und Vertiefung in ſeine Aufgabe. Er gelobte ſich jetzt, die Bedürfniſſe des Volkes gründlich zu ſtudiren, da⸗ mit er künftig mit voller Sicherheit über die noth⸗ wendigen Maßregeln entſcheiden könne.
Vorerſt behalf er ſich damit, die Kammern auf⸗ zulöſen, neue Wahlen auszuſchreiben und ein provi⸗ ſoriſches Miniſterium zu ernennen, deſſen Mitglieder keiner beſtimmten Partei angehörten. Die Ruhe wurde dadurch für den Moment hergeſtellt. Jetzt aber rüſte⸗ ten ſich die Parteien zum Wahlkampfe und das ge⸗ ſammte Volk in allen Schichten wurde aufs lebhafteſte von den politiſchen Leidenſchaften ergriffen. Zwei Mo⸗ nate währte dieſer einem Waffenſtillſtand ähnliche Zu⸗ ſtand, welcher den Gegnern Zeit zur Rüſtung gab.
Beim Ausbruch der Unruhen reiſte Mr. Brown mit ſeinen Angehörigen und Baron Billmann mit Marie nach der Villa am See, wo Tante Kathrin ſchon alle Anſtalten zu der Doppelhochzeit Juliens und Mariens getroffen hatte. Die letztere, obwohl ſie


