In unſerm Lande, wo jahrelang jede Aeußerung der Unzufriedenheit erſtickt, jeder Vorſchlag zur Beſſerung mißachtet worden war, brachen nun gleichſam über Nacht die ſo lange zurückgehaltenen Elemente mit wil⸗ der Kraft, Sturmfluten gleich, hervor.
Schon zwei Tage nach dem Friedensfeſte bei Baron Billmann kam es zu blutigen Exceſſen.
Arbeitsloſe Pöbelhaufen, von Weibern und Kin⸗ dern begleitet, die nach Brod ſchrieen, zogen durch die Straßen und verlangten die Auflöſung der gegenwär⸗ tigen Kammern und die Entlaſſung des Miniſteriums, das den Krieg gutgeheißen und an allem Unglück ſchuld ſei.
Vergeblich ſuchte die Regierung den Sturm durch
Verſprechungen zu beſchwichtigen; dieſelben reizten die
erregten Haufen, neue Zugeſtändniſſe zu fordern, und als dieſe verweigert wurden, begann die immer wü⸗ thendere, von Schreiern aufgehetzte Menge das Haus des Grafen Ultritz zu zerſtören, gegen den ſich der Volkshaß zunächſt richtete.
Die bewaffnete Macht ſchritt ein, gegenſeitig kam
es zu Verwundungen, ja ſogar einige Todesfälle waren
zu beklagen. Der Monarch, im Bewußtſein, ſtets das Rechte, das heißt das, was man ihm als ſolches gelehrt, ge⸗


