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Doch jetzt war keine Zeit, ohne Anhaltspunkte darüber nachzugrübeln. Mr. Brown ſtand, den Grafen beobachtend, auf der Terraſſe. Er durfte nichts merken.
Mit anſcheinend heiterer Miene kehrte der Graf in den Tanzſaal zurück und ſah den dahinſchwebenden Paaren ſo aufmerkſam zu, als ob die Figuren des Cotillons eine neue, höchſt merkwürdige, unbegreifliche Erfindung ſeien.
So ſtand er wie ein harmloſer Lebemann, ein befriedigtes Lächeln auf den ſchlaffen Mienen, als ob gar nichts Unangenehmes vorgefallen wäre, unter den dem Tanze Zuſehenden, die ihm ehrerbietig Platz gemacht hatten; ja er tauſchte ſogar heitere Bemer⸗ kungen mit den Zunächſtſtehenden. Niemand ahnte— er ſah es an den Geſichtern der Höflinge, die er ſo genau kannte— was ihm begegnet war. Dieſe Leute hätten ja die Worte eines in Ungnade gefallenen Stan⸗ desgenoſſen nicht mehr pflichtſchuldigſt ſo beifällig be⸗ lächelt, ſie würden ihn vielmehr wie einen Ausſätzigen gemieden haben.
Drei Tage Friſt waren freilich eine kurze Zeit, um ein ihm ſelbſt unbegreifliches Geheimniß zu löſen, aber er verzweifelte nicht. Beſaß Tante Kathrin die echte Brieftaſche oder die Papiere, von denen der Kö⸗ nig geſprochen, ſo mußte ſie ihm dieſelben jetzt ausliefern.


