Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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ſtellungskunſt die Faſſung verlor und außer ſich vor Entrüſtung ausrief:

Wohlan! In drei Tagen überliefern Sie die echte Brieftaſche mit ihrem vollen Inhalt, oder Sie ſind ent⸗ laſſen, Ihrer Aemter enthoben, ſo wahr ich noch König dieſes Landes bin.

Zum erſten Male verließ den Diplomaten die Geiſtesgegenwart. Kein Wort kam über ſeine Lippen, es wurde ſchwarz vor ſeinen Augen.

Als er wieder zu voller Beſinnung kam, war er allein.

Der König, ohne die Geſellſchaftsräume nochmals zu betreten, war durch eine Thür am Ende der Ter⸗ raſſe in das Stiegenhaus gelangt und hatte das Pa⸗ lais Billmann ſchon verlaſſen, als der Miniſter ſeine Selbſtbeherrſchung wiederfand.

Welch neue Geheimniſſe legten ſich drohend in ſeinen Weg? In welcher Beziehung ſtand jener Feodor Borowieff, nach welchem der Abt des Kloſters forſchte, zu ihm ſelbſt, vielmehr zu ſeinem Vater?

Was ſollte der Frauenname, den er noch niemals gehört, jene Maria Corniani, plötzlich bedeuten? Wer war dieſes Weib? Warum hatte der König früher nie⸗ mals daſſelbe erwähnt? Warum heute und in Ver⸗ bindung mit der rothen Brieftaſche? Wie hing das Alles zuſammen?