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„Du haſt doch von dem Schurken, der ſich nun durch eine reiche Heirath in unſerm Kreiſe feſtſetzen will, die Documente zurückverlangt?“ fragte leiſe der Sohn.
Der Vater nickte bejahend.
„Die Papiere exiſtiren nicht mehr; ich ſelbſt habe ſie in dem Bibliothekzimmer des Barons vor einer Stunde verbrannt. Wermuth iſt fortan unſchädlich, er hat keine Beweiſe mehr in Händen, allein ſeine Verbindung mit Marie läßt ſich jetzt kaum mehr hin⸗ tertreiben.“
„Meinſt Du?“ verſetzte der Rittmeiſter zornglühend. 3
„Ich ſchonte ihn bisher aus Rückſicht gegen Dich, jetzt aber werde ich handeln; ich bin nicht der Einzige, der ihn haßt. Alle Gardeoffiziere ſind empört über die Auszeichnungen, die man dem bürgerlichen Parvenu ſo verſchwenderiſch zukommen ließ. Es bedarf nur eines Anlaſſes und die allgemeine Abneigung gegen ihn wird ſich in Thätlichkeiten Luft machen. Der Aben⸗ teurer iſt ebenſo hitzig als eingebildet und—“ „Wenn man es klug anfinge“, bemerkte Graf Fer⸗ dinand, ruhig lächelnd,„wenn man ihn reizte und er ſich vergäße, ſodaß man gegen ihn geſetzlich einſchrei⸗ ten könnte, dann ließe ſich Zeit gewinnen. Ein lan⸗ ger Proceß— eine Unterſuchung—“
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