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„Man wird es nicht unklug anfangen“, meinte der Sohn.„Verlaß Dich darauf, der Freche ſoll nicht ſo leicht und ungeſtraft einem Ultritz die Braut ſtehlen.“
„Nur Vorſicht“, mahnte der Vater.„Ein Cava⸗ lier wie Du darf ſein koſtbares Leben nicht gegen die Canaille wagen.“
„Aber die Canaille darf auch nicht über uns triumphiren“, entgegnete der Sohn.„Laß mich handeln, Vater, Du wirſt zufrieden ſein.“
Der Rittmeiſter ging, um ſeine Tänzerin für die nächſte Tour zu holen, und der Miniſter, gehoben von dem Bewußtſein, in dem gelehrigen Sohn bald einen tüchtigen Helfer, eine Stütze zu finden, betrat die Ter⸗ raſſe, um in dem Garten, der ſich am beſten zu einem Stelldichein eignete, nach dem Könige zu ſpähen.
Mrr. Brown wollte den Grafen aufhalten, dieſer aber fertigte ihn ungeduldig ab und ſtieg die Terraſſen⸗ treppe hinab. Mr. Brown jedoch folgte ihm und ließ nicht ab, ihn in ein Geſpräch zu verwickeln.
„Ich habe jetzt keine Zeit für Sie“, ſagte der Graf;„ich ſuche den König, er muß im Garten ſein.“
„Hier iſt er“, antwortete eine ſtrenge Stimme, und neben dem Grafen ſtand, wie aus der Erde geſtiegen, der König.„Sie kommen wie gerufen, Herr Graf, folgen Sie mir.“


