Teil eines Werkes 
20. Band (1844) Jack am Lande / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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hatte, zu ſingen. Die erſten Noten ſchienen ihn mit Erſtaunen zu erfuüllen; dann aber lehnte er ſich gegen die Wand ſeiner Zelle zu⸗ rück und ſchloß ſeine Augen, während ſeine Hände ſich zu den Mo⸗ dulationen der Arie bewegten. Bei dem zweiten Verſe entſtrömten ihm reichliche Thränen, und als ſie ihr Lied ſchloß, ſaß er aufrecht da und blickte die beiden mit dem Ausdrucke des wiedererwachten Verſtandes an. Endlich ſagte er:

Wo bin ich? Kann dies der ehrliche alte Giles Grim und dies meine liebe kleine Suſanna ſeyn?

Im Uebermaß der Aufregung konnten die Zwei geraume Zeit kein Wort ſprechen. Endlich aber ſagte Suſanna:

Ihr ſeyd ſehr krank geweſen, John, und dürft noch nicht ſpre⸗ chen; verſucht zu ſchlafen Ihr werdet es jetzt gut haben aber nur noch ein wenig Schlaf.

Suſanna, Ihr habt dem armen Jack nie anders als zu ſei⸗ nem Beſten gerathen; ich will ſchlafen, wenn mich Jedes von euch an der Hand hält ich habe euch für viele Jahre verloren, und wir dürfen uns nie wieder trennen nie nie nie!

Und während er dieſe Worte murmelte, verſank er in einen glücklichen ruhigen Schlummer.

Nach einer Weile erwachte er wieder. Seine Erinnerungen waren allerdings ziemlich verwirrt, aber im Uebrigen benahm er ſich ganz vernünftig. Er meinte anfangs, daß er ſ ſich am Bord der Glory befinde und wegen irgend eines Vergehens in Eiſen gelegt worden ſey, weshalb er fragte, ob er vielleicht die Küche unter ſich gehabt habe und ob⸗ Kapitän Firebraß ſehr böſe ſey; allmählig brachte ihn aber Suſanna mit bewunderungswürdigem Takt und Zartgefühl zu dem Bewußtſeyn ſeiner wirklichen Lage.

Jacks Geiſt war gebrochen und ungemein geſchwächt; wir dür⸗ fen es deshalb dem Manne nicht verargen, daß er wie ein Kind weinte und ſich gleich einem Kinde geraume Zeit nicht wollte tröſten laſſen. Er betrachtete die um ſeinen Leib geſchlungene Kette, und das Eiſen drang in ſeine Seele.