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befkannt war, obſchon es die innige, wandelloſe Liebe eines treuen Weſens zu durchdringen wußte.
An einem ſchönen Junitage ſaß der arme Jack zwiſchen zwei Perſonen in ſeiner öden Zelle; ſein Lager beſtand aus Stroh und ſein mit Feſſeln beladener Leib war an die Mauer argeſchloſſen. Seine ſonſt ſo kräftige Geſtalt war nun hager und ſeine Sehnen glichen bloßen Stricken, die über ſein gewaltiges Gerippe geſpannt waren. Er hatte viel gerast und ſein Rücken war in Folge der Schläge, die man zu ſeiner Bändigung angewendet hatte, voll Strie⸗ men. Gott hatte ihn in ſeiner Noth weislich des Verſtandes be⸗ raubt, während ihm ſein eigenes Weib und ſein Schwiegervater in böslicher Abſicht ſogar den Namen entriſſen— er hieß nämlich hier John Jones— und von einem Irrenhauſe in's andere ſchleppen ließen. Das, in welchem er ſich zur Zeit anfhielt, war bereits das dritte und befand ſich in einem abgelegenen Theile des Landes, wo man ihn muthmaßlicherweiſe nie ausſpüren konnte. Ohne Zweifel würde man ihn ſyſtematiſch gemordet haben, wenn nicht ſein Beſitz⸗ thum an ſeine Perſon geknüpft geweſen wäre, und mit dem Tode des Gatten Lady Truepenny Alles hätte verlieren müſſen bis auf ihr mäßiges Leibgeding.
Jacks Zuſtand hatte in letzter Zeit einige günſtige Symptome gezeigt, wie denn überhaupt die Aerzte ſeine Krankheit für nicht con⸗ ſtitutionell, ſondern nur für die Folge einer übermäßigen Aufregung
. durch beharrliche Unmäßigkeit erklärt hatten. Der mißhandelte Lei⸗
7 dende wurde übrigens eben jetzt ſehr wenig mit Aerzten oder ihren Meinungen behelligt, denn er befand ſich in den Händen eines fei⸗
len Schuftes, der nicht ſeine Kur, ſondern nur ſeine ſichere Haft im
Auge hatte.
An dieſem denkwürdigen Tage ſaß Jack in ſeiner Zelle. Die
4 Perſon zu ſeiner Rechten war ein wetterfeſter, grauköpfiger Mann,
der etwas von einem Matroſen in ſeinem Ausſehen hatte. Er ſaß auf dem Boden und hatte eine große in Eiſen gefaßte Brille auf


