Teil eines Werkes 
20. Band (1844) Jack am Lande / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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Dieſe Worte waren wohl freundlich, aber erzwungen freund⸗ lich, denn der Ton derſelben verrieth mehr Vorwurf als Ermuthi⸗ gung. Das arme Mädchen fühlte dies und nahm die für ſie unüberwindliche Aufgabe wieder vor. Der letzte Verſuch war ſogar noch ſchlimmer, als alle frühern, und jetzt brach von den Lippen des zornigen Vaters ein lauter, rauher Fluch, welchem der Ausruf folgte:

„Das Mädchen iſt eine Gans— eine abſolut unbeſſerliche Gans.“

Die Thränen der Tochter ſtrömten reichlich.

„Bin ich wirklich eine Gans, Vater? Es thut mir zwar leid, wenn es ſo iſt, aber glaubt mir, daß es mir lieb iſt, wenn ich Euch dies anerkennen höre. Ihr werdet mich jetzt freundlicher be⸗ handeln und nur ein geiſtesſchwaches Geſchöpf in mir ſehen, das Ench liebt, nicht aber eine widerſpenſtige Tochter, die Euch eigen⸗ ſinnigerweiſe ungehorſam iſt. Ich habe oft meine Schwäche ge⸗ fühlt, nicht ſo faſt in dieſen Dingen, die eben mühſam zu erringende Fertigkeiten ſind, als vielmehr im Geſpräche mit andern. Ja, ich habe längſt gemuthmaßt, daß ich ein einfältiges Mädchen bin, aber braucht jenes harte Wort nicht ſo oft, mein lieber, theurer Vater, und ich will mich mit der Zeit ſchon daran gewöhnen.“

„Was hat das Mädchen im Sinn?“ ſagte der Vater ſehr überraſcht.

„Ich meine blos, daß ja nur wir zwei auf dieſer Welt ſind, um einander zu lieben, und wenn Ihr auch meine Fehler ſchmält, ſo können wir doch glücklich ſeyn. Auch einfältige Menſchen können verſtändig lieben, wenn ſie mit Innigkeit an ihrem Vater hängen, und Ihr, Papa, habt Verſtand genug für uns Beide. Ich bin immer gehorſam— Ihr wißt das wohl. Kommt, ich will Euer liebes, kleines Gänschen ſeyn, und laßt mich dieſe ſo gar abſcheu⸗ liche Muſik bei Seite legen.“

„Elfride, Du quälſt mich. Du biſt ein ſehr gutes und ein