Teil eines Werkes 
20. Band (1844) Jack am Lande / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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ſchläfrig machenden Einfluß ſeiner Umgebung zu empfinden, als er wieder vor der Thüre des Hauſes Halt machte, welches ſeinen Herrn enthielt, und mit geſchloſſenen Augen eine philoſophiſche Be⸗ trachtung über die Ohren ſeiner Pferde begann. Warum dieſe Affen

Tiger genannt werden, können nur die Paviane ſagen, deren ſie*

dieſen Titel verdanken— und hat man die betreffende Auskunft erhalten, ſo findet man vielleicht, daß es nicht der Mühe werth war, ſich darnach zu erkundigen.

Während dieſer Junge zwiſchen Träumen und Schlaf bald ſeinen Lohn für neun Monate zu berechnen bemüht war, buld mit dem Ende ſeiner Peitſche eine läſtige Fliege von dem rechten Ohre des Pferdes zu verſcheuchen ſuchte, ging die Thüre des Hauſes, vor welchem das Kabriolet ſtand, auf, und Sir Edward ſprang haſtig in das Gefährt, worauf er mit mehr als gewöhnlicher Eile von hinnen fuhr, bis er an einem großen, ſchwerfällig ausſehenden Eck⸗ hauſe anlangte, welches an eines der Square im nordöſtlichen Be⸗ reiche der Hauptſtadt grenzte.

In dem vorderen Bezuchszimmer dieſes Hauſes ſaß eine junge Dame an dem Piano, welche wieder und wieder eine ſehr ſchwie⸗ rige Paſſage aus einer neuen Ouverture verſuchte. Neben ihr ſtand ein gentil, aber nicht gentlemäniſch ausſehender Mann von ſcharfem Geſichtsſchnitte und ungefähr Fünfzigen, welcher ihr mit einer Un⸗ geduld, die ſich bald zum Aerger ſteigerte, zuhörte. Die Taſten raſſel⸗ ten abermals, die Hände kreuzten und kreuzten ſich raſch, aber dennoch wollte aus dem Spiele nichts als eine laute Diſſonanz werden. Die junge Dame lehnte ſich in ihrem Stuhl zurück, ließ die Hände in den Schooß ſinken und blickte mit dem bittenden Rufe zu dem Manne an ihrer Seite auf:

„Ich bringe es nicht zu Stande, Vater.“

„Verſuche es noch einmal, Elfrida— verſuche es noch ein⸗ mal, meine Liebe. Du biſt freilich noch nicht vollkommen, bringſt es aber ſchon weiter— ja, wahrhaftig.“