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pflegen, war die Glanzperiode ihrer Schönheit, da ſie ſich mit der Reife vervollkommnete. Zwar hatte ſie ſtets eine merkwürdige An⸗ ziehungskraft beſeſſen, aber nie mehr als dann, wo man eigentlich hätte erwarten können, daß ſte aufhören ſollte, durch ihre Außenſeite anzuziehen.
Wenn wir noch beifügen, daß ſie eine Meiſterin war in allen Künſten des Putzes und der Verzierung, ſo haben wir ihren Cha⸗ rakter, ſoweit er in der Oeffentlichkeit erſchien, vervollſtändigt.
Eine ſolche Frau mußte natürlich Bewunderung lieben, aber ſie buhlte noch mehr um Macht, als um Lob oder Schmeichelei. Sie war eine Tyrannin, die übrigens ihre Herrſchaft mit Anmuth übte, indem ſie lieber durch Feinheit, als durch das blos rohe Ge⸗ wicht der Autorität den Scepter ſchwingen wollte. Ihre Grundſätze waren die Kinder der Stunde und der Gelegenheit, und die Mutter zerſtörte ſie ohne Bedenken und Gewiſſensbiſſe, ſobald ſie ſich läſtig erwieſen. In ihrer Jugend hatte ſie manchen Roman durchgemacht, beſaß aber jetzt in ihrem Alter nicht mehr Empfindſamkeit genug, daß dieſelbe hätte in Leidenſchaft auflodern können— ein einziges Gefühl ausgenommen, nämlich das eines unvergänglichen und un⸗ verſöhnlichen Haſſes gegen Sir Edward Fortintower.
Die Oſterferien hatten Sir Edward einige Erholung von den ſogenannten parlamentariſchen Pflichten geſtattet, obgleich unter dem ganzen Pflichtenkatalog des Mannes wohl keine kavaliermäßiger be⸗ handelt oder mit mehr insouciance abgeſchüttelt wird. Sir Ed⸗ ward war übrigens noch nicht ſo weit gekommen, die gedachten Obliegenheiten von dem Standpunkte eines alten Taktikers aus zu beurtheilen, und freute ſich deshalb von ganzem Herzen der Ruhe, welche ihm jene Ferien gaben.
Um drei Uhr Nachmittags ſtand ein hübſches Kabriolet vor Miß Moriſons Thüre. Es war ein ſchöner ſonniger Tag zu Ende des Aprils. Der geſchniegelte Groom war einigemale in der ruhi⸗ gen Straße auf⸗ und abgefahren und hatte bereits angefangen, den


