Teil eines Werkes 
20. Band (1844) Jack am Lande / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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ward Fortintower am Tage ſeines Majoritätsantritts zu einem eng⸗ liſchen Baronet ernannt worden. Seine Erbgüter waren groß nnd unbelaſtet, da ſie von einem wucheriſchen, entfernten Verwandten herrührten; auch hatten ſie unter Sir Edwards Beſitz noch immer ihre Integrität behalten. Er machte zwar alle Beluſtigungen, den Aufwand und ſögar einige der Ausſchweifungen des Tages mit, ließ aber dabei ſtets jene anſpruchsloſe Klugheit walten, die ſeinen Be⸗ luſtigungen einen doppelten Reiz verlieh, und ihn vor der Demüthi⸗ gung des Schuldenmachens wie vor dem Elend der Gexyiſſensbiſſe bewahrte. Obgleich mit Entſchiedenheit ein Modemann, hatte ihn doch die Natur für das Geſchäftsleben geſchaffen. Er liebte die Thaͤ⸗ tigkeit und Beſchäftigung um ihrer ſelbſt willen und befolgte immer Methode, mochte ſich's um wichtige Dinge oder Kleinigkeiten, um einen wilden Ausbruch der Vergnügungsluſt oder um die ſtille Zu⸗ rückgezogenheit ſeiner Bibliothek handeln.

Kein junger Mann jener Zeit beſaß die Mittel zu einem größe⸗ ren Glücke, als Sir Edward Fortintower, und ebenſowenig ſchien irgend Jemand mit gediegeneren Eigenſchaften begabt zu ſeyn, um dieſe Mittel den großen Zwecken des Lebens dienſtbar zu machen oder letztere ſeſtzuhalten, wenn ſie errungen waren.

Und er war geſegnet in jenem ſüßeſten von allen Segen— in ſeiner Liebe. Es war eine treue Liebe, und doch war ihr Strom nicht nur glatt, ſondern ſogar lieblich, entzückend dahin gelaufen. Noch ein Monat— aber wie ärgerlich lang däuchte ihm nicht dieſe Friſt, wenn er daran dachte— noch ein einziger kleiner Monat, und die wonnig bebenden Gefühle der Hoffnung ſollten für immer ver⸗ ſchlungen werden von dem gediegenen Geuuſſe eines ſicheren Glückes.

Die Verlobte des Sir Edward Fortintower war eine Erbin von großer Schönheit. Sie hatte eine gute Erziehung genoſſen und war mit allen Talenten und Fertigkeiten verſehen, die einer Dame von Stand zur Zierde gereichen, obſchon wir eine Unwahrheit behaup⸗ ten würden, wenn wir ſagen wollten, ſie ſey im Tanz anmuthiger

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