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Klaſſe eigentlich als etwas Außerordentliches galt. Durch Gewalt konnte er unmöglich überraſcht worden ſeyn, und eben ſo ſehr hatte es ſeine Richtigkeit, daß er nicht betrunken war, als er die Wache bezog, wie man denn ihm überhaupt nicht nachſagen konnte, daß er, ſeit er ſich auf dem Schiffe befand, je eine Verſündigung an der Tu⸗ gend der Mäßigkeit begangen hätte. 3
Aber wer ſollte dem nichts ahnenden Kapitän die entſetzliche Kunde hinterbringen? Der gute, ruhige Mann(denn das war er, wenn er ſchlief) lag in dem glücklichſten von allen nur denkbaren Morgenſchlummern. Seine Lieblinge, ſeine Schooßkinder tanzten zärtlich in allen Arten phantaſtiſcher und liebkoſender Attitüden um ihn her, und er ſann auf neue Ehre, friſche Himmelsglorien für ſie— aber ach, jetzt waren die theuren Gegenſtände ſeiner Herzensneigung für immer dahin. Nichtsahnender Mann! nie wird wieder ein ſo ſüßer Schlaf Deine Augen ſchließen oder Deinen bilderreichen Träu⸗ men ſo angenehmen Weihrauch ſtreuen! 1
Aber inzwiſchen träumte Kapitän Firebraß fort. Wer wird es wagen, ihn zu ſeinem Elende zu wecken? Welche Stimme iſt im Stande die unheimliche Kunde zu hinterbringen und das ſcharfe Gift derſelben mit etwas Beſchwichtigendem und Verſöhnendem zu mildern? Es war ein verzweifelter Dienſt und der erſte Lieutenant blickte vergeblich unter den verſammelten Offizieren nach einem Frei⸗ willigen umher. Männer, die mit Begiex vorgeſprungen wären, um
„die Seifenblaſe Ruhm ſelbſt unter Donnerſchlünden“
zu ſuchen, zogen ſich zurück, wie Hunde, die wegen einer geſtohlenen Wurſt die Peitſche erhalten haben. Zum Glück für alle Theile befand ſich ein dritter Lieutenant der Mariner an Bord— ein milchgeſichtiger Jüngling mit einer merkwürdigen Verſtandesarmuth. Er war der Sohn einer Kammerdienersfrau des Lord Fitzharting Fitzalbert, welcher unter die Lords der Admiralität gehörte. Dieſer junge Gentleman erhielt ſeine Beſtallung als kleine Belohnung für die mühſamen Dienſte, welche ſein Vater dem Lande geleiſtet hatte, indem er Seiner


