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Schauder. Mutter und ich haben es nicht vergeſſen, wie Du in Irland um meinetwillen Dein Leben gewagt haſt, und faſt eingebüßt hätteſt. Wir verdanken Dir unſer ganzes gegenwärtiges Glück, und ich bin Dir ewi⸗ gen Dank dafür ſchuldig, daß Du mich von Unwiſſen⸗ heit und Armuth, vielleicht vom Laſter errettet haſt. Du haſt mehr, weit mehr als ein Bruder oder Vater an mir gethan. Ich bin ſo zu ſagen Dein Geſchöpf, und in ſo großer Schuld bei Dir, daß ich Dir nie ver⸗ gelten kann. Als Du daher ſo unerwartet zurückkehr⸗ teſt, fühlte ich, daß Dir das Recht gebühre, zuerſt über mich zu verfügen, und ich freute mich, Mr. Harcourt mein Jawort noch nicht gegeben zu haben, da ich vor⸗ her Deine Genehmigung und Billigung zu erhalten wünſchte. Mir iſt Alles, was zwiſchen Euch vorge⸗ gangen iſt, bekannt, aber ich kenne Deine wahren Ge⸗ ſinnungen gegen Mr. Harcourt nicht. Er geſtand, Dich ſehr übel behandelt zu haben, und ſeine aufrichtige Reue darüber, und das Lob, das er Dir ertheilte, gewann ihm zuerſt meine Gunſt. Wenn Du alſo noch Erbitte⸗ rung gegen Mr. Harcourt hegſt, Japhet— wenn Du—⸗
„»Halt ein, meine theure Fleta, ich werde Dir alle Deine Fragen ſogleich beantworten.«.
Ich ergriff Harcourts Hand, legte ſie in die ihrige, und fuhr fort:
»Möge Gott Euch Beide ſegnen, und möget Ihr glücklich ſein!«
Cecilie umarmte mich und weinte; und ich glaube, auch ihre Mutter und Harcourt thaten es. Es war ein Glück für unſern Freund, daß ich Suſanne Temple liebte. Sobald Cecilie ein wenig ruhiger geworden war, küßte ich ſie, und übergab ſie ihrem rechten Ei⸗ genthümer, der ſie zum Sopha führte. Lady de Clare


