203
Am andern Tage holte ich Harcourt ab, und begab mich mit ihm nach Parkſtreet. Ein Billet von ihm hatte Lady de Clare von unſerer Abſicht, zu kommen, benach⸗
richtigt, und ſie war nur für uns zu Hauſe.
„Wir haben uns vollkommen gegen einander erklärt, Cecilie,« ſagte ich nach der erſten Begrüßung.„ Ich hatte ſehr Unrecht und war ein großer Thor.“
„Und haſt mich ſehr unglücklich gemacht. Ich hätte es mir nicht gedacht, Japhet, daß Du mir ſo viele Thränen auspreſſen würdeſt; doch ich vergebe es Dir, und würde Dir noch tauſendmal mehr vergeben. Setz Dich, und erzähle uns Alles, was ſich zugetragen hat, ſeitdem Du uns verließeſt.“«
„Noch nicht, meine theure Cecilie. Wir Beide ſind dem armen Harcourt ſchuldig, wieder gut zu machen, was wir gegen ihn gefehlt, denn ich glaube, auch Du haſt ihn grauſam behandelt. Du warſt im Begriff, ihm auf eine unendlich wichtige Frage Antwort zu ge⸗ ben, als ich Euch ſtörte, und Du haſt ihn ſeitdem län⸗ ger als drei Wochen in einem Zuſtande quälender Un⸗ gewißheit gelaſſen, indem Du ihm Deine Erklärung verweigerteſt, bis er mich zu Dir zurückbrächte. Schon eine Stunde ſolcher Ungewißheit muß ſchrecklich ſein, und ehe wir uns ſetzen, wünſche ich, daß wir uns Alle behaglich und glücklich fühlen.«
„Mr. Harcourt's Eifer zu beleben, Dich zurückzu⸗ bringen, Japhet, war es nicht allein, was mich bewog,
meine Erklärung zurückzuhalten; ich hielt dafür, daß
Deine Rückkehr den Aufſchub nothwendig mache, bis ich Dich geſehen hätte. Ich habe es nicht vergeſſen, Ja⸗ phet, und werde es nie vergeſſen, was ich war, als Du mich retteteſt; und wenn ich daran denke, was ich ohne Dich hätte werden können, ſo überläuft mich ein kalter


