ESs geſchah, worauf ein Gerichtsbefehl ausgefertigt wurde, mich in das Gefängniß der Grafſchaft abzufüh⸗ ren. Ich mußte einen Wagen beſteigen; zwei Konſtabler nahmen mich zwiſchen ſich, und wir fuhren ab. Im Gefängniß angelangt, führte man mich in ein vergit⸗ tertes Gemach; ich erhielt mein Geld wieder, aber der Ring wurde zurückbehalten, damit ihn der rechtmäßige 4
Eigenthümer nach vorhergegangener Anzeige reklamiren
könnte. Endlich wurde ich von den Handſchellen be⸗ freiet, und als ich mich entkleiden mußte, um den De⸗ linquenten⸗Anzug anzulegen, bat ich den Gefangenwärter um Erlaubniß, mich waſchen zu dürfen, was mir auch geſtattet wurde. Und ſonderbar, ſo ungewohnt war mir 4 der ſchmutzige Zuſtand, in dem ich mich befand, daß ich mich, als ich von dem auf dem Hofe des Gefängniſſes
ſtehenden Brunnen zurückkehrte, einigermaßen glücklich fühlte, und mit Vergnügen den Gefangenen⸗Anzug anea
legte, denn ſo ſchimpflich er auch ſein mochte, war er 4 doch neu und ſauber. Ich wurde in meinen Kerker zu⸗
rückgeführt und meinen Betrachtungen überlaſſen.
Da ich mein vorläufiges Verhör überſtanden hatte, wurde ich viel ruhiger, und ſah mich im Stande, mit Gelaſſenheit zu überlegen. Ich erkannte das Gefähr⸗ liche meiner Lage, wie gewichtig die Ausſagen der Zeu⸗ gen waren, und wie wenig Hoffnung mir blieb, mit dem Leben davon zu kommen. Lord Windermear, Mr. Maſterton, oder diejenigen, mit welchen ich früher Um⸗ gang gehabt hatte, von meiner Lage in Kenntniß zu ſetzen, erlaubte mein Stolz nicht— ich würde lieber mein Leben auf dem Schaffott geendet haben. Ueber⸗ dies würde ihre Ausſage in Betreff meiner ehemaligen Lebensverhaltniſſe, wiewohl ſie hinſichtlich meines Gel⸗ des und Ringes, und der Veräußerung meines Man⸗


