28
Sie haͤtten mir wenigſtens meinen Stock zuruͤcklaſſen können.« So denkend, und ohne mich durch den Ver⸗ luſt gar zu betrübt zu fühlen, wendete ich der Bank den Rücken, und ſetzte meine Wanderung fort, ich wußte nicht wohin.
Die Nacht brach an, allein ich vergaß die Noth⸗ wendigkeit, mich nach einem Nachtquartier umzuſehen; die Aeußerungen des Friedensrichters und der an mir begangene Diebſtahl hatten mich aller Faſſung beraubt, und ich wanderte, in Gedanken vertieft, weiter, aus welchen ich nur dann und wann durch die Unebenheiten des Weges geweckt wurde. Eine Meile dieſſeits Houns⸗ low traf nahes Geſtöhn mein Ohr, und da ich wegen der Dunkelheit nichts erſpähen konnte, ſo ſuchte ich durch das Gehör die Richtung zu entdecken, um dem Leidenden meinen Beiſtand anzubieten. Das Stöhnen ſchallte von der andern Seite eines Zauns her; ich dräͤngte mich durch denſelben hindurch, und fand einen auf dem Boden liegenden Menſchen; er athmete ſchwer, und ſein Kopf war mit Blut bedeckt. Ich band ſein Halstuch los, und unterſuchte ſeine Verletzungen, ſo gut ich es vermochte. Ich wickelte ihm ſodann das Tuch um den Kopf, und da ich bemerkte, daß er in ei⸗ ner ſehr ungünſtigen Stellung, Kopf und Schultern niedriger als ſein Körper, lag, ſo bemühete ich mich, ihn in eine beſſere Lage zu bringen, als ich Fußtritte und Stimmen vernahm. Gleich darauf brachen vier Männer durch den Zaun und umringten mich.
»Das iſt er, darauf will ich ſchwören,« rief ein
großer, kräftiger Mann, mich anpackend,»dies iſt der
andere Kerl, der mir zu Leibe ging und dann fortlief. Er iſt zurückgekommen, um ſeinen Kameraden fortzu⸗
ſchleppen, und jetzt haben wir ſie Beide erwiſcht.«
—


