26
ich der damit verbundenen perſönlichen Beſchränkung ſehr abgeneigt. Ein Luftſpringer, Taſchenſpieler, ein Marktſchreier zu werden— mit Unwillen verwarf ich den Gedanken; ich hätte mich dem Truge wieder in die Arme werfen müſſen. Was ſollte ich aber begin⸗ nen? Graben konnte ich nicht, und ich ſchämte mich,
zu betteln. Ich mußte auf den Zufall vertrauen, und dies Vertrauen war, in Betracht meiner hülfloſen Lage, nur einem Strohhalme zu vergleichen. Ich beſaß je⸗ doch jedenfalls eine hinreichende Geldſumme, über zwan⸗-⸗ zig Pfund, um mit Sparſamkeit während einiger Zeit leben zu können.
Meine Betrachtungen wurden durch einen Ausruf unterbrochen:»He da, Freund! komm her und halte mir mein Pferd einen Augenblick.« Ich ſchaute auf, und erblickte einen zu Pferde ſitzenden Mann, der mich anſah.»Hörſt Du nicht, oder biſt Du ein Tölpel?⸗ rief er. Mein erſter Gedanke war, ihn für ſeine Un⸗* verſchämtheit zu züchtigen, aber mein Bündel erinnerte mich, als ich es auf die Bank legte, an mein Ausſehen und meine Lage; ich erhob mich daher und ging auf ihn zu. Der Gentleman, denn daß er ein ſolcher ſei, 1
verkündigte ſein Aeußeres, ſtieg ab, warf dem Pferde die Zügel über den Hals, und hieß mich, einen Augene: blick dabei ſtehen zu bleiben. Er ging in ein dem.. Wirthshauſe gegenüberſtehendes Haus, und blieb faſt eine halbe Stunde aus, während welcher ich meine Ungeduld kaum zügeln konnte; ich wendete kein Auge. von meinem auf der Bank liegenden Bündel. Endlich kam er wieder heraus, und ſah mich, als er ſein Pferd beſtieg, verwundert an.»Wer biſt Du denn?« fragte 1 er, indem er einen halben Schilling hervorholte und mir gab. 5
—


