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ihm unſere Trennung angekündigt hatte, erbrochen ha⸗ ben würde. Ich gedachte ſeiner Treue, ſeines Muthes, als er mir in Irland das Leben rettete, und eine Thräne ſtahl ſich über meine Wange. 1
Ich blieb eine Weile in Nachdenken verſunken ſitzen; die wechſelreichen Ereigniſſe und Abenteuer meines Le⸗ bens gingen ſchnell vor meinem Innern vorüber. Ich geſtand mir, daß ich zu meiner Entſchuldigung wenig anzuführen habe und Vieles verdammen müſſe— daß mein Leben ein Gewebe voll Trug und Liſt geweſen ſei. Doch konnte ich auch nicht vergeſſen, daß mich, als ich zur Redlichkeit zurückgekehrt war, die Welt von ſich geſtoßen hatte.»Und hier ſitze ich nun,⸗ dachte ich weiter,»um meine Laufbahn abermals zu beginnen; und es iſt gerecht, daß ich ſie von vorn an⸗ treten muß, denn ich ſchlug einen unrechten Weg ein. Jetzt kann ich wenigſtens mit Beruhigung behaupten, daß ich Niemand täuſche, und verdiene daher keine Geringſchätzung. Ich bin Japhet Newland, und zwar kein verkappter.« Bei dieſer Betrachtung fühlte ich mich glücklich, und faßte den Entſchluß, was auch mein künftiges Loos ſein möchte, wenigſtens von dem Pfade der Ehrlichkeit nicht abweichen zu wollen. Sodann zog ich in Erwägung, wohin ich meine Schritte richten ſollte, und welche Maßregeln ich in Betreff meines Unterhalts zu ergreifen habe.
Dieſer Gegenſtand war aber leider mit nicht gerin⸗ gen Schwierigkeiten für mich verknüpft. Wer ein Ge⸗ werbe gelernt hat, wendet natürlich ſeine Blicke auf dieſes Gewerbe— aber zu welchem war ich erzogen worden? Freilich zu dem eines Apothekers; allein ich wußte, wie ſchwer es war, ohne Fürſprache in einem Fache dieſer Art Beſchäftigung zu finden; auch war


