- 20 ich mit Mr. Maſterton nicht auf ſo kreundſchaftlichem
Fuße gelebt, wie fruͤher, und ich wünſche, ihn davon
in Kenntniß zu ſetzen, daß ich ſchuldenfrei bin. Es iſt Dir bekannt, denn ich habe Dir Alles, was zwiſchen mir und Emanuel vorgefallen, erzählt, daß der Jude fünfhundert Pfund annahm, und daß ich ihm das ganze Tauſend bezahlte. Es liegt mir daran, daß Mr. Ma⸗ ſterton es ebenfalls erfahre, er wird dann mit mir zu⸗
friedener ſein.⸗
»Sei ohne Sorge,« erwiederte Tim;»ich werde die ganze Geſchichte ſchon zuzuſtutzen wiſſen.“
„Nein, Tim, ich will nichts als Wahrheit. Doch es iſt Zeit zu gehen. Leb' wohl, liebſter Freund. Gott ſegne und erhalte Dich.« Von meinen Gefühlen über⸗ wältigt, drückte ich mein Geſicht auf Timotheus Schul⸗ ter und weinte.
„»Was fehlt Dir? Was ſoll das heißen, Japhet? Sag' mir, ich bitte Dich, was iſt Dir?⸗
» Es iſt nichts, Timothy,« erwiederte ich, mich er⸗ mannend;»ich bin nnpäßlich geweſen— Du weißt wohl, meine Nerven ſind angegriffen, und die Tren⸗
nung von meinem letzten und einzigen Freunde, wenn auch nur auf wenige Tage, verſtimmt mich gar ſehr.« ⸗ Ach, Japhet! verkaufe Deine Mobilien und laß uuns fortziehen.« „Das iſt auch meine Abſicht, Tim. Gott ſegne Dich; leb' wohl!« Ich ging die Treppe hinunter; der Miethswagen ſtand vor der Thür. Timotheus legte meinen Mantelſack hinein, und ſtieg auf den Bock. Ich weinte bittere Thränen. Meine Leſer werden mich vielleicht verachten; allein ſie ſollten es nicht; ſie mögen ſich in meine Lage hinein denken, und werden, wenn ſie das Gefühl kennen, einen einzigen aufrichtigen


