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Vorausſetzung, ich ſei reich, mit freundlicher Artigkeit entgegenkam. Von welchem Nutzen war mir denn das Geld, das ich noch beſaß? Von wenigem oder gar kei⸗ nem. Ich kam zu dem Entſchluß, mir entweder ein be⸗ trächtliches Vermögen zu gewinnen, oder das mir noch übriggebliebene Geld ganz zu verſpielen. Am folgenden Morgen ging ich in die City und verkaufte meine letz⸗ ten Papiere. Ich hatte gegen Timothy von meinem Vorhaben nichts laut werden laſſen: ſorgfältig vermied ich jedes Geſpräch mit ihm. Ich wurde gewahr, daß ihn mein Betragen kränkte, allein ich fürchtete mich vor ſeinen Rathſchlägen und Gegenvorſtellungen.
Gegen Dunkelwerden begab ich mich nach der Spiel⸗ bank und ſpielte mit abwechſelndem Glücke. Ein Mal hatte ich mein Kapital verdreifacht, und verlor endlich den letzten Heller. Als Alles fort war, blieb ich gleich⸗ gültig, obgleich ich mich während der Wechſel des Spiels in einem Zuſtande der geſpannteſten Aufregung befunden hatte.
Am folgenden Tage begab ich mich zu einem Mäk⸗ ler und machte ihn mit meinem Wunſche, mein Haus zu veräußern, bekannt, denn ich war entſchloſſen, mein Glück bis auf das Aeußerſte zu verſuchen. Der Mäk⸗ ler nahm es auf ſich, einen Käufer zu ſtellen. Ich bat ihn um Vorſchuß, den er mir auch gewährte, und mir ſo lange Geld vorſtreckte, bis ich faſt die Hälfte des Werths meines Hauſes von ihm empfangen hatte.— Hiernach fand er einen Käufer(in ſeiner eigenen Per⸗ ſon, wie ich vermuthe), der es für zwei Drittel des Werthes annahm. Ich bedachte mich nicht; ich hatte ſchon jede mir vorgeſchoſſene Summe eine nach der an⸗
dern verſpielt, und trug das lebhafteſte Verlangen, mein
Glück zu machen, oder ein Bettler zu werden.


