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Ich war in einem Seelenzuſtande, der mich gleich⸗ gültig gegen mein Leben oder die Folgen machte. Tödt⸗
lich gekränkt durch die Behandlung, welche ich erfuhr,
in wahnſinniger Wuth über die Verachtung der Welt war ich in Verzweiflung. Es verhielt ſich ſo, wie Mr. Maſterton geſagt hatte: ich beſaß nicht den Muth, ei⸗ nem ſo widrigen Winde Trotz zu bieten. Timotheus war nicht zu Bette gegangen, und weckte mich gegen vier Uhr. Ich ſtand auf, kleidete mich mit der größe⸗ ſten Sorgfalt an, und bald darauf erſchien Kapitän Atkinſon. Wir begaben uns in einem Wagen nach dem⸗ ſelben Orte, wohin ich vor ein paar Monaten mit dem armen Carbonnell gefahren war. Der Gedanke an ihn und ſeinen Tod lagerte ſich gleich einer Wolke über mein Gemüth; allein es währte nicht lange. Ich machte mir aus dem Leben nichts.
Harcourt und ſein Sekundant waren einige Minn⸗ ten vor uns angelangk. Wir begrüßten uns höflich, und die Sekundanten begannen ihr Geſchäft. Wir ſchoſ⸗ ſen, und Harcourt ſtürzte zu Boden. Die Kugel hatte ihn über dem Knie getroffen. Ich ging zu ihm, und er ſtreckte mir ſeine Hand entgegen.»Newland,« ſagte er,»ich habe mein Schickſal verdient. Ich war ein
Feeigling, daß ich Sie verließ— ein Feigling, daß ich
nach einem Manne ſchoß, den ich gekränkt hatte. Meine Herren,« fuhr er an die Sekundanten ſich wendend fort, vich ſpreche hiermit vor Ihnen Mr. Newland von allem Tadel frei, und wenn mir noch weiteres Unglück widerfahren ſollte, ſo ſagen Sie meinen Angehörigen, daß ſie ſich aller Schritte gegen ihn enthalten.⸗
Harcourt war ſehr blaß, und blutete ſtark. Ich un⸗ terſuchte, ohne etwas zu erwiedern, die Wunde, und er⸗ ſah aus der Farbe und dem Hervorſtrömen des Blutes,


