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Ich ſtimmte bei, und wir ſchloſſen uns von dem Tage an nach dem Frühſtück bis vier Uhr ein, und ſpiel⸗ ten zweihändiges Whiſt. Der Major, als fertiger Spie⸗ ler, brachte mir bald alle Feinheiten des Spiels bei.
»Jetzt können Sie auftreten, Newland,“ ſagte der Major eines Morgens, die Karten auf den Tiſch wer⸗ fend.»Wenn man Sie nun zum Spiele auffordert, und ich habe eingewilligt, ſo weigern Sie ſich nicht. Doch⸗ wir müſſen ſtets gegen einander ſpielen..“.
»Ich ſehe nicht ein, was wir dadurch gewinnen wer⸗ den,« entgegnete ich;»denn habe ich Glück, ſo verlie⸗ ren Sie.“.
„»Laſſen Sie das meine Sorge ſein; folgen Sie nur meiner Vorſchrift, und ſpielen Sie ſo hoch, wie es den Gegnern beliebt. Wir werden uns nur noch drei Wo⸗ chen hier aufhalten und müſſen unſere Zeit benutzen.« Ich geſtehe, daß ich in Betreff der Abſichten des Ma⸗ jors vollkommen im Dunkeln war; wir ſchlenderten in⸗ deß ſchon an demſelben Abend in den Klub. Da wir uns zum erſten Male dort blicken ließen, ſo hielten uns diejenigen, die den Major nicht kannten, für Neulinge, und. wir wurden ſogleich aufgefordert, einen Robber zu= pielen.
„» Auf Ehre! ich bin erſtlich nur ein ſehr mittelmaͤ⸗ ßiger Spieler, meine Herren,« erwiederte der Major; »und zweitens, wenn ich verliere,« fuhr er lachend fort, „werde ich Ihnen niemals bezahlen, denn man hat mich ſchon rein ausgebeutelt.«
Die Art, wie der Major dieſes ſagte, erregte nur ein Lächeln; man glaubte ihm nicht, und bat mich eben⸗ falls, eimn Robber mitzumachen.»Ich mag nicht mit dem Saior ſpielen,« gab ich zur Antwort,»denn er ſpielt ſchlecht und hat obenein kein Glück. Ich könnte dbeuſ gut mein Geld ohne Weiteres auf den Tiſch egen.«
Die Herren willigten ein und wir ſetzten uns, Der Major und ſein Mitſpieler gewannen den erſten Rob⸗ ber, der ſich, nebſt den Parés, auf achtzehn Pfund be⸗ lief. Ich zog meine Börſe Heiür⸗ um den Major zu bezahlen, allein er ſagte:»Nein, Newland, bezahlen Sie meinem Mitſpieler; und Ihnen, Sir,« ſagte er, an


