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auf Ihre Verſchwiegenheit in dieſer wichtigen Sache?“
„»Mylord!« entgegnete ich, und erhob mich mit Würde von meinem Stuhle;»dies iſt die größeſte Be⸗ leidigung, die Sie mir bisher zugefügt haben. Ich will deßungeachtet den Preis beſtimmen, um den ich mich— bei allen meinen Hoffnungen, in dieſer Welt einen Vater, ſo wie in jener einen ewigen Vater zu finden, ſchwöre ich es— feierlichſt verpflichten will, und dieſer Preis iſt, Mylord: daß Sie mir Ihre Ach⸗ tung wieder ſchenken.«—
Der Lord ſtand auf, und ging heftig bewegt im Zimmer auf und ab.»Was ſoll ich von Ihnen den⸗ ken, Mr. Newland?« fragte er endlich.
»Wenn ich ein Betrüger wäre, Mylord, ſo würde ich Ihr Geld genommen haben. Hätte ich die Abſicht gehabt, aus dem Beſitze des Geheimniſſes Vortheil zu ziehen, ſo hätte ich nur mit allen Aktenſtücken davon⸗ gehen dürfen, um ſelbſt die Bedingungen vorzuſchreiben. Ich bin nichts weiter, als eine verlaſſene Waiſe, My⸗ lord, die den Vater ſucht.« Von der Heftigkeit mei⸗ ner Gefühle überwältigt, brach ich in Thränen aus.
Sobald ich mich wieder gefaßt hatte, wendete ich mich wieder zu dem Lord, der mich ſtillſchweigend und nicht ohne Rührung betrachtet hatte.»Ich habe Ih⸗ neu nur noch Eins zu ſagen, Mylord,« und ich er⸗ wähnte der Unterredung, die ich mit Mr. Eſtcourt ge⸗ habt hatte, und machte ihn auf die Gefahr aufmerkſam, ihm das wichtige Geheimniß anzuvertrauen.
Se. Herrlichkeit hörte mir, ohne mich zu unterbre⸗ chen, zu, und ſagte dann nach kurzem Nachdenken: »Ich glaube, daß Sie Recht haben, Mr. Newland, und fange an, dem Gedanken Raum zu geben, daß es beſſer geweſen iſt, Sie in das Geheimniß einzuweihen,


