175 chen.“) Doch wiſſen Sie, Newland, daß Lord Win⸗ dermear's Neffe ſo eben angekommen iſt? Haben Sie ihn auf Reiſen kennen lernen?«
»Nein,“ erwiederte ich ein wenig verwirrt, faßte mich jedoch bald wieder. Tim aber ſtürzte aus dem Zimmer.»Was für ein Menſch iſt er?«
„»Darüber werden Sie bald ſelbſt urtheilen können, mein Lieber, denn ich habe ihn gebeten, mit uns zu ſpeiſen, ich muß ſagen, mehr aus Artigkeit gegen Lord Windermear, als aus einem andern Grunde; denn ich bezweifle ſehr, daß es ſelbſt mir jemals gelingen würde, einen Gentleman aus ihm zu machen. Doch führen Sie Harcourt in Ihr Ankleidezimmer, und wenn Sie mit Ihrer Toilette fertig ſein werden, ſoll das Eſſen auf dem Tiſche ſtehen. Ich nahm mir vor zehn Mi⸗ nuten die Freiheit, mich von Ihrem Kammerdiener her⸗ einführen zu laſſen. Er iſt ein gewandter Burſch— wie ſind Sie an ihn gekommen?«
»Ganz durch Zufall,« erwiederte ich.»Kommen Sie, Mr. Harcourt.«
Als wir in das Speiſezimmer zurückkehrten, war der wahre Simon Pure angelangt. Der Major ſtellte uns einander vor, und da die Speiſen aufgetragen wur⸗ den, ſo ſetzten wir uns zu Tiſche.
Mr. Eſteourt war ein junger Mann in meinem Alter, aber um zwei bis drei Zoll kleiner. Er hatte ſtarke, unangenehme Geſichtszüge, und jetzt erklärte ich
mir leicht, weßhalb Lord Windermear ſeine große Zu⸗
friedenheit zu erkennen gab, als er mich für ſeinen Nef⸗ fen hielt. Er hatte ein mürriſches, ſtörriſches Weſen, und ſprach nur wenig. Er ſchien auf Geburt einen ungeheuren Werth zu legen, und es nicht der Mühe werth zu halten, auf die Unterhaltung zu achten, aus⸗


