»Wer gab Ihnen jenen Namen?« ſagte ſie nach einer Pauſe.
Die Frage war einfach genug, erregte jedoch eine Menge unangenehmer Erinnerungen; allein da, ich ſie zu meiner Vertrauten nicht zu machen wünſchte, ſo er⸗ wiederte ich beſcheiden, wie ich es Sonntags Morgens im Findelhauſe zu thun pflegte:—»Meine Taufpathen und Taufpathinnen, Madame?«
„Mein beſter Herr, ich fühle mich ſehr unwohl,« be⸗ gann ſie nach einem Stillſchweigen wieder;»wollen Sie nicht meinen Puls fühlen?«
Ich berührte ein Handgelenk, und erblickte eine Hand, die in der That Bewunderung werth war. Wie Schade iſt es,« dachte ich,»daß ſie alt, häßlich und halb ver⸗ rückt iſt!«
„»Glauben Sie nicht, daß mein Puls eine beträcht⸗ liche Nervenerregung verkündet? Ich zählte heute Mor⸗ gen hundertundzwanzig in der Minute.«
»Er geht allerdings raſch,« erwiederte ich,»doch vielleicht wird der Kampher⸗Julep wohlthätig wirken.⸗
„Ich danke Ihnen für Ihren Rath, Mr. Newland, ſagte ſie, und legte eine Guinee auf den Tiſch,» und wenn es ſich mit mir nicht beſſert, ſo werde ich wieder⸗ kommen oder zu Ihnen ſchicken. Gute Nacht.«
Sie ging, und ich ſtand nicht wenig verwundert da. Was konnte ſie im Sinne hahen? Ich war in Träu⸗ mereien verloren, als Timotheus zurückkehrte. Die Guinee lag noch unangerührt da.
»Ich bin ihr begegnet,« ſagte Timotheus,—„daß Dich— daß Dich— eine Guinee— was iſt das,
Japhet?« Ich erzählte ihm, was ſich zugetragen hatte.


