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immer mehr zu erweitern. Eine Weile hörte unſer Held zu rudern auf, um zu Athem zu kommen, worauf Schriften ſich erhob und ſeinen Sitz in den Sternſchoten des Bootes nahm.
„Ihr mögt rudern und rudern, ſo lange Ihr wollt, Philipp Vanderdecken,“ bemerkte Schriften;„aber Ihr werdet jenes Schiff nicht einholen— nein, nein, es iſt unmöglich— wir machen viel⸗ leicht einen langen Kreuzzug mit einander, aber Ihr werdet am Ende deſſelben Eurem Ziele ſo fern ſein, wie jetzt bei dem Be⸗ ginne.— Warum werft Ihr mich nicht wieder über Bord? Der Nachen würde nur um ſo leichter ſein— hil hi!“
„Ich warf Euch in einem Zuſtande der Gereiztheit über Bord,“ verſetzte Philipp,„als Ihr verſuchtet, mich meiner Re⸗ liquie zu berauben.“
„Und habe ich nicht erſt heute verſucht, Andere zu bewegen, daß ſie Euch das Ding abnähmen?— Wie iſtss damit?— Hi! hi!“—
„Wohl,“ verſetzte Philipp;„aber ich bin jetzt überzeugt, daß Ihr ſo unglücklich ſeid, als ich ſelbſt, und in Euren Handlungen nur Eurer Beſtimmung folgt, wie ich der meinigen. Wie und weshalb, weiß ich mir nicht klar zu machen, aber wir ſind Beide bei dem gleichen Geheimniſſe betheiligt. Wenn der Erfolg meiner Bemühungen von der Bewahrung der Reliquie abhängt, ſo iſt es Euer Ziel, mein Vorhaben zu vereiteln. Wir müſſen beide in dieſer Sache handeln, und Ihr ſeid, ſofern meine Sendung in Betracht kömmt, mein ſchlimmſter Feind geweſen. Aber, Schrif⸗ ten, ich habe nicht vergeſſen und werde auch nie vergeſſen, daß Ihr meiner Amine einen freundlichen Rath ertheilt habt, daß Ihr ihr prophezeihtet, was ihr Schickſal ſein werde, wenn ſie nicht auf Euch höre, und daß Ihr Euch nicht für ihren Feind erklärtet, ob⸗ gleich Ihr der meinige wart und es noch ſeid. Doch gleichviel— um ihretwillen vergebe ich Euch, und ich will es nicht ver⸗ ſuchen, Euch weiter ein Leid zuzufügen.“


