Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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nahm, augenſcheinlich mit viel andächtiger Rührung küßte und dann wieder an ſeinen Ort ſtellte..

Bald nachher ließ ſich Rudergeplätſcher neben dem Schiff ver⸗ nehmen und eine Stimme rief laut:

He, Ihr guten Leute, werft ein Tau über das Vorderſchiff herunter..

Niemand antwortete oder entſprag dieſer Aufforderung. Nur Schriften ging auf den Kapitän zu und ſagte ihm, wenn die Leute im Boote Briefe übergeben wollten, ſolle man ſie nicht annehmen, da ſonſt das Schiff zu Grunde gehen und alle an Bord umkommen würden.

Jetzt ſtieg ein Mann bei der Laufplanke über das Schanddeck.

Ihr hättet mir wohl ein Tau zuwerfen können, meine lieben Leute, ſagte er, als er auf das Deck trat.Wo iſt der Kapitän? Hier, antwortete der Kapitän, von Kopf bis zu den Füßen zitternd. 3

Der Mann, der ihn angeredet hatte, war ein wetterfeſter See⸗ mann in einer Pelzmütze und Beinkleidern aus Segeltuch; er hielt einige Briefe in der Hand.

Was wollt Ihr? rief endlich der Kapitän.

Ja was wollt Ihr? ſtimmte Schriften ein.Hi! hi!*

Wie, Ihr auch hier, Pilot? verſetzte der Mann.Ei ich meinte, Ihr läget längſt ſchon in David's Truhe.

Hil hi! entgegnete Schriften ſich abwendend.

Nun, die Sache iſt ſo, Kapitän: wir haben ſehr ſchlechtes Wetter gehabt und wünſchen Briefe nach Hauſe zu ſchicken. Ich glaube, wir werden nie um dieſes Kap herumkommen.

Ich kann ſie nicht annehmen, rief der Kapitän.

Könnt ſie nicht annehmen? das iſt doch ſehr ſonderbar aber jedes Schiff weist unſere Briefe zurück.'s iſt ſehr unfreund⸗ lich Seeleute ſollten doch ein Gefühl für Kameraden haben, namentlich wenn dieſelben im Unglück find. Gott weiß, wir

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