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erhoben ſich vor dem Bruſtholze langſam die Bramſtengen und Spieren eines Schiffes aus dem Waſſer. Dann folgten allmählig die Stangen und Marsraaen mit ihren Segeln, höher und höher aus dem feuchten Elemente aufſteigend. Nachgerade zeigten ſich die untern Maſten mit dem Takelwerk, und zuletzt hob ſich auch der Rumpf über den Meeresſpiegel, die Pforten mit ihrem Ge⸗ ſchütze zeigend, und nun lag ein ganzes Schiff mit unter rechten Winkeln gebraßter Hauptraa in kurzer Entfernung vor der Brigg.
„Heilige Jungfrau!“ rief der Kapitän athemlos,„ich habe wohl ſchon Schiffe untergehen, aber nie heraufkommen ſehen. Ich will tauſend zwanziglöthige Kerzen auf dem Altar der heiligen Jungfrau opfern, wenn ſie uns aus dieſer Noth rettet. Tauſend Wachskerzen! hörſt du mich, gebenedeite Frau— jede zu zwanzig Lothen. Signores,“ rief der Kapitän den Reiſenden zu, welche entſetzt daſtanden— warum thut ihr nicht auch ein Ge⸗ lübde?— Gelobt, ſage ich; gelobt doch wenigſtens.“
„Das Geiſterſchiff— der fliegende Holländer,“ kreiſchte Schriften.„Ich ſagte Euch ja, Philipp Vanderdecken— da iſt Euer Vater— hil hil! hi!“ 3 5
Philipps Augen blieben auf dem geſpenſtiſchen Schiffe haften; er bemerkte, daß man dort ein Boot über die Windvierung nie⸗ derließ.
„Iſts möglich,“ dachte er,„daß mir jetzt der Zutritt geſtat⸗ tet iſt!“
Und Philipp ſteckte die Hand in ſeinen Buſen und umfaßte die Reliquie..
Das Dunkel hatte jetzt ſo zugenommen, daß man kaum den Rumpf des fremden Schiffes durch die dunſtige Atmoſphäre unter⸗
ſcheiden konnte. Die Matroſen und Reiſenden warfen ſich auf 1
die Knie nieder und riefen ihre Heiligen an. Der Kapitän eilte
hinunter, um eine Kerze zu holen und ſte vor dem Bilde des heili⸗
gen Antonius anzuzünden, das er aus ſeinem Tabernakel heraus⸗


