Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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481 Der Morgen war ſchön; die leichte, ſtätige Briſe

küſte entfernt.

kräuſelte nur ein wenig die Meeresfläche, und das Schiff ſteuerte

an dem Winde mit einer Schnelligkeit von etwa vier Meilen in der Stunde. 3

Geſegnet ſeien die Heiligen, ſagte der Kapitän, welcher eben auf dem Decke erſchien;ein abermaliges kleines Umſchlagen zu unſeren Gunſten, und wir können unſeren Cours anlegen. Ich ſage noch einmal, geſegnet ſeien die Heiligen, und namentlich un⸗ ſer würdiger Schutzpatron, der heilige Antonius, der die Nostra Senora da Monte unter ſeine beſondere Obhut genommen hat. Wir haben Ausſicht auf ſchönes Wetter. Kommt Signores, wir wollen unſer Frühſtück einnehmen und dann unſere Cigarros auf dem Decke rauchen.

Aber die Scene änderte ſich bald. Eine Wolkenmaſſe erhob ſich im Oſten mit einer Geſchwindigkeit, die den Matroſen unna⸗ türlich erſchien, und bedeckte im Nu das ganze Firmament. Die Sonne verdunkelte ſich, und Alles war ein einziges, tiefes, unna⸗ türliches Düſter. Das Meer legte ſich. Es war nicht gerade dun⸗ kel, aber der Himmel hüllte ſich in einen rothen Nebel, ſo, daß es das Ausſehen gewann, als ob die Welt in Brand ſtehe.

In der Kajüte bemerkte Philipp zuerſt das zunehmende Dun⸗ kel, und begab ſich deshalb auf das Deck; erſtaunt folgten ihm der Kapitän und die Paſſagiere. Es war unnatürlich und unbe⸗ greiflich. Heilige Jungfrau, ſchütze uns was kann dies zu bedeuten haben? rief der Kapitän erſchreckt.Heiliger Antonius ſteh' uns bei das iſt ja fürchterlich!

Dort! dort! ſchrieen die Matroſen, über das Bruſtholz hin⸗ deutend.

Jedermann ſchaute über das Schanddeck, um zu ſehen, was zu ſolchem Ausrufen Anlaß gab. Philipp, Schriften und der Kapitän ſtanden nebeneinander. Etwa zwei Kabellängen entfernt Maxrryat. Der fliegende Holländer. 3 34