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„Vielleicht,“ verſetzte der Pilot;„wir find beide müde.“
Philipp gab keine Antwort; er fragte Schriften nicht einmal, in welcher Weiſe er von dem Fort entkommen war. Es war ihm gleichgültig, denn er fühlte, daß der Mann ein gefeietes Leben hatte.
„Während Ihr ſo lange eingeſchloſſen wart, Philipp Vander⸗ decken, ſind viele Schiffe zu Grunde gegangen und viele Seelen zu ihrer Rechenſchaft abgerufen worden, die mit dem Schiffe Eures Vaters zuſammen trafen,“ bemerkte der Pilot.
„Möge unſere nächſte Begegnung glücklicher— möge ſie die letzte ſein“— entgegnete Philipp.
„‚Nein, nein; lieber möge er ſein Urtheil erfüllen und ſegeln bis zum Tage des Gerichts,“ erwiederte der Pilot mit Nachdruck.
„Elender! Doch ich habe eine Ahnung, daß dein verabſcheu⸗ ungswürdiger Wunſch nicht in Erfüllung gehen werde. Hinweg!— verlaßt mich! oder Ihr ſollt finden, daß dieſer Arm doch noch Kraft beſitzt, obgleich das Elend mein Haupt gebleicht hat.“
Schriften ging mit finſterer Miene hinweg; er ſchien ſich vor Philipp zu fürchten, obgleich die Furcht nicht ſeinem Haſſe gleich kam. Er verſuchte es nun wieder wie früher, die Schiffsmannſchaft gegen Philipp aufzuhetzen, indem er erklärte, er ſei ein Jonas, der den Verluſt des Schiffes herbeiführen werde, da er mit dem flie⸗ genden Holländer verwandt ſei. Philipp bemerkte gar bald, daß er gemieden wurde; er ergriff daher Repreſſalien, indem er Schriften für einen Dämon erklärte. Das Ausſehen des Lotſen übte einen ſehr ungünſtigen Eindruck, während das unſeres Philipps ſo gewin⸗ nend war, daß die Leute an Bord kaum wußten, was ſie denken ſollten. Die Meinungen theilten ſich; Einige traten auf Philipps, Andere auf Schriftens Seite. Der Kapitän nebſt vielen Andern betrachtete Beide mit gleichem Grauſen und ſehnten ſich nach einer Gelegenheit, um beide aus dem Schiffe entfernen zu können.
Wie bereits bemerkt, war der Kapitän ſehr abergläubiſch und


