Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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Stundenlang ſaß er da, den theuren Gegenſtand betrachtend und jedes wichtige Ereigniß in ſeinem Leben, von dem Tode ſeiner ar⸗ men Mutter und dem Augenblicke an, als er Aminen zum erſten⸗ mal ſah, bis zur letzten fürchterlichen Scene ſeinem Geiſte verge⸗ genwärtigend. Die Reliquie war ihm ein Tagebuch ſeines Daſeins, ein Anhaltspunkt für alle ſeine künftigen Hoffnungen.

Wann oh, wann ſoll es erfüllt werden? lautete der be⸗ ſtändige Refrain ſeiner Träumereien.Geſegnet wird mir der Tag ſein, wann ich dieſe Welt des Haſſes verlaſſe und in eine andere eintrete, wo der Müde Ruhe findet.

Das Fahrzeug, an deſſen Bord ſich Philipp als Paſſagier ein⸗ ſchiffte, war die Noſtra Sennora da Monte, eine Brigg von dreihun⸗ dert Tonnen, die nach Liſſabon ſegelte. Der Kapitän war ein aber⸗ gläubiſcher alter Portugieſe und ein großer Freund des Araks

eine Liebhaberei, die man unter den Angehörigen ſeiner Nation nicht häufig trifft. Sie ſegelten nach Goa aus, und Philipp ſtand auf dem Hinterſchiffe, wehmüthig den Thurm der Kathedrale betrach⸗ tend, in welcher er ſein Weib zum letztenmale geſehen hatte, als er ſich am Ellenbogen berührt fühlte. Er wandte ſich um.

Wieder einmal Reiſegefährten, ſagte eine wohlbekannte Stimme es war die des Piloten Schriften.

In dem Aeußeren des Mannes war keine Veränderung vorge⸗ gangen. Er zeigte keine Spur von der Neige der Jahre, und ſein einziges Auge glänzte ſo grell, als nur je.

Philipp fuhr zuſammen nicht nur über den Anblick des Mannes, ſondern auch über die Erinnerungen, welche die unerwartete Erſcheinung in ſeinem Geiſte auftauchen ließ. Dies währte jedoch

nur einen Augenblick, und er wurde wieder ruhig und gedankenvoll. Ihr wieder hier, Schriften 2 bemerkte Philipp.Ich hoffe,

Euer Erſcheinen iſt ein Vorbote, daß mein Auftrag bald erfüllt

ſein wird.