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und verachte eine Religion, die eine Scene, wie die gegenwärtige, genehmigt.“
„Amine Vanderdecken!“ rief der Prieſter auf ſeine Kniee nie⸗ derfallend und die Hände in bitterer Seelenqual ringend.
„Verlaßt mich, Vater.“
„Du haſt nur noch eine Minnte übrig— um der Liebe Gottes willen—“
„Ich ſage Euch noch einmal, verlaßt mich— dieſe Minute gehört mir.“
Pater Matthias wandte ſich verzweifelnd ab und Thränen ſtrömten über die Wangen des Greiſes. Wie Amine ſagte, kannte ſein Schmerz keine Grenzen.
Der Nachrichter fragte nun die Beichtväter, ob die Schuldigen im wahren Glauben ſtürben. Wurde die Frage mit Ja beant⸗ wortet, ſo ſchlang man den Unglücklichen einen am Pfahle befeſtig⸗ ten Strick um den Hals und erdroſſelte ſie, ehe das Feuer ange⸗ zündet wurde. Alle Verurtheilten waren in dieſer Weiſe geſtorben, und der Nachrichter fragte nun Pater Matthias, ob Amine gleich⸗ falls Anſprüche auf dieſe große Gnade habe. Der alte Prieſter antwortete nicht, ſondern ſchüttelte nur den Kopf.
Der Nachrichter wandte ſich ab. Nach einer kurzen Pauſe folgte ihm Pater Matthias, ergriff ihn am Arm und ſagte ihm mit ſtotternder Stimme:
„Laßt ſie nicht lange leiden.“
Der Großinquiſitor gab das Signal, und ſämmtliche Schei⸗ terhaufen wurden in dem gleichen Augenblicke angezündet. Der Bitte des Prieſters willfahrend, hatte der Nachrichter einen Haufen feuchtes Stroh auf Aminens Holzſtoß geworfen, der einen dichten Rauch verbreitete, ehe er in Band gerieth.
„Mutter, Mutter! Ich komme zu dir!“ waren die letzten Worte, die ſich von Aminens Lippen vernehmen ließen.
Die Flammen griffen bald wüthend um ſich und ſchlugen weit


