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die Arme ihres Gatten zu ſtürzen. Endlich gelang es Philipp,
ſich durch eine furchtbare Anſtrengung loszumachen; dann aber ſank er hülfslos auf das Pflaſter nieder. Die entſetzliche Auf⸗ regung hatte das Berſten eines Blutgefäßes herbeigeführt, und er blieb regungslos auf dem Boden liegen.
„Oh Gott! oh Gott! er iſt ermordet— Ungeheuer— Mör⸗ der— laßt mich ihn nur noch ein einzigesmal umarmen—“ rief Amine außer ſich.
Ein Prieſter trat nun vor— es war Pater Matthias— mit tief bekümmertem Geſichte. Er forderte einige der Umſtehen⸗ den auf, Philipp Vanderdecken hinaus zu bringen, und ſo wurde der Unglückliche in einem Zuſtande von Beſinnungsloſigkeit, wäh⸗ rend das Blut in Strömen aus ſeinem Munde ſchoß, Aminens Blicken entnommen.
Aminens Urtheil wurde verleſen— ſie hörte es nicht; ihr Ge⸗ hirn war verwirrt. Man führte ſie nach ihrem Sitze zurück, aber jetzt war auch all' ihr Muth, ihre ganze Standhaftigkeit und See⸗ lenſtärke dahin. Während der übrigen Ceremonie erfüllte ſie die Kirche mit ihrem wilden, krampfhaften Schluchzen, und ſowohl Bitten als Drohungen gingen an ihr verloren.
Alles war jetzt vorüber, bis auf die letzte und traurigſte Scene des Dramas. Die Gefangenen, welche geſchont geblieben, wurden von ihren Pathen in das Inquiſitionsgebäude zurückgeführt, die Verurtheilten aber nach dem Ufer des Fluſſes hinuntergebracht,— um den Tod zu erleiden. Die Ceremonie ſollte auf einem großen, freien Platze, links von dem Zollhauſe, vorgenommen werden. Wie in der Kathedrale, waren auch hier für den Großinquiſitor und den Vicekönig, der prunkhaft die Proceſſion eröffnete, während eine ungeheure Volksmenge nachſtrömte— Throne errichtet. Drei⸗ zehn Pfähle waren aufgepflanzt, acht für die Lebenden, fünf für die Todten. Die Henker ſaßen auf den Scheiterhaufen oder ſtan⸗ den daneben, ihrer Opfer harrend. Amine konnte nicht gehen; ſie


