Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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In dieſem Augenblicke ließ ſich ein ungewöhnliches Geräuſch in dem Gewühle unter der Kanzel vernehmen; es war ein Ringen, mit Vorſtellungen begleitet, und die Beamten erhoben ihre Stäbe, um Anſtand und Schweigen zu gebieten aber ohne Erfolg.

Du, Amine Vanderdecken, biſt angeklagt

Ein abermaliges heftiges Ringen und aus dem Haufen ſtürzte ein junger Mann hervor, der auf Amine zueilte und ſie in ſeine Arme ſchloß.

Philipp! Philipp! rief Amine, an ſeine Bruſt ſinkend.

Er hatte ſie aufgefangen; und während er ſie umſchlang, fiel ihr die Flammenmütze vom Kopfe und rollte auf dem Marmor⸗ pflaſter dahin.

Meine Amine mein angebetetes Weib müſſen wir ſo uns wiederſehen? Mein Gott, ſie iſt unſchuldig. Zurück, ihr Männer, fuhr er gegen die Diener der Inquiſition fort, welche die Beiden auseinander reißen wollten.Zurück, oder ihr ſollt's mit eurem Leben zahlen!

Dieſe Drohung an die Gerichtsdiener und dieſer Trotz gegen das heilige Officium war nicht zu ertragen. Die ganze Verſamm⸗ lung gerieth in einen Zuſtand von Aufruhr, und der Feierlichkeit der Ceremonie drohte Gefahr. Der Vicekönig und ſeine Begleiter hatten ſich von ihren Stühlen erhoben, um zu ſehen, was vorging, und die Menge drängte heran. Da gab der Großinquiſitor ſeine Befehle, und andere Gerichtsdiener eilten herbei, um den Beiden Beiſtand zu leiſten, welche Amine vorgeführt hatten und nun im Begriffe waren, ſie Philipps Armen zu entreißen. Der Kampf war furchtbar. Philipp ſchien mit der Kraft von zwanzig Män⸗ nern begabt zu ſein, und es ſtand mehrere Minuten an, ehe es dem Gerichtsperſonal gelang, die Gatten zu trennen; aber auch dann ch ſetzte Philipp ſein verzweifeltes Ringen fort.

Amine, die von zwei Vertrauten feſtgehalten wurde, ſchrie Uls laut auf und verſuchte abermals, obſchon vergeblich, in