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graben, und ſie ſollten jetzt dieſelbe Strafe erleiden, die ihnen im Leben geworden wäre. Die Bilder ſollten an die Pfähle geheftet und die Knochen von den Flammen verzehrt werden. Dann folg⸗ ten die Mitglieder der Inquiſition, die Vertrauten, die Mönche, die Prieſter und Hunderte von Büßenden in ſchwarzen Anzügen, die ihnen das Geſicht verhüllten— alle die angezündeten Wachs⸗ kerzen in der Hand.
Es währte zwei Stunden, bis die Proceſſion, welche faſt jede bedeutende Straße von Goa durchzog, in der Kathedrale anlangte, wo die weiteren Ceremonien vorgenommen werden ſollten. Die barfüßigen Verbrecher konnten nun kaum mehr gehen, denn die kleinen ſcharfen Steine hatten ihre Füße dermaßen verwundet, daß jede Spur ihrer Tritte auf dem Boden der Kathedrale mit Blut bezeichnet wurde.
Der Hochaltar der Kirche war mit ſchwarzem Tuche behangen und mit Tauſenden von Wachskerzen erhellt. Auf der einen Seite befand ſich ein Thron für den Großinquiſitor, auf der andern eine erhöhte Platform für den Vicekönig von Goa und ſein Ge⸗ folge. Im mittleren Gange ſtanden Bänke für die Gefangenen und ihre Pathen; die übrigen Theilnehmer an der Proceſſion ver⸗ theilten ſich rechts und links unter den Zuſchauern. Nachdem die Schuldigen die Kathedrale betraten, wurden ſie nach ihren Sitzen geführt, die leichteſten Verbrecher am nächſten bei dem Altare, die zum Tode Verurtheilten am fernſten.
Die blutende Amine wankte nach ihrem Sitze und harrte mit Sehnſucht der Stunde entgegen, welche ſie aus einer chriſtlichen Welt abrufen ſollte. Sie dachte nicht an ſich ſelbſt oder ihre Lei⸗ den, ſondern nur an Philipp— daß er ſicher ſei vor dieſen erbar⸗ mungsloſen Geſchöpfen— und daß ihr das Glück werde, zuerſt zu ſterben, um in einer Welt des Segens wieder mit ihm zuſam⸗ men zu treffen. Durch die lange Gefangenſchaft entkräftet, voll banger Beklommenheit, erſchöpft von ihrem Schmerzensgange und


